Mückes Allergie
(zuletzt bearbeitet am: 22.12.2002 )
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Vorgeschichte

erste Vermutungen

erste Behandlung

Allergietest

Diagnose

Das Labor

Behandlung

Kragenzeit

Verarzten

Besserung

Die Spritzen

Heute
Tierarztbesuche und aktuelle Situation(en)

zusätzliche Probleme

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Hier sieht man ganz deutlich die schon recht großen Stellen in Mückes Gesicht

Vorgeschichte:

Unsere Mücke hat sich eine schwere Allergie zugezogen.

Im Frühjahr vor ca. drei Jahren trat die Allergie das erste Mal auf. Ich bemerkte damals eigentlich nur, daß Mücke zunehmend kleine Stellen im Gesicht hatte, die anscheinend recht stark juckten, da sie sich diese verschiedentlich aufkratzte. Ich ging in mich und anschließend durch den Garten und erinnerte mich wieder an die Brombeerhecke, die immer von neuem hinten im Garten über einen Teil unseres Zaunes herüber wucherte - oftmals vernichtet, aber eigentlich mehr als "Un"Kraut betrachtet. Unsere Katzen kehren von ihren Ausflügen nicht selten vom benachbarten Gärtnerei-Grundstück über eben diesen Teil des Zaunes zurück. Also schnitt ich mit neuem Enthusiasmus die Brombeerhecke zurück. Dies war ja erst einmal nur ein Versuch. Aber ein erfolgreicher! Mückes Stellen im Gesicht verschwanden mit der Hecke.

 

Mücke - der kleine Tiger Der Sommer kam und ging und ebenso die Hecke.

Der Winter ließ alles vergessen und Mücke hatte keine Probleme.

Im nächsten Frühling mußte ich dann wieder mein Gedächtnis durchkämmen und erneut ging es der Hecke an den Kragen, als Mückes Pusteln im Gesicht und an den Ohren von neuem erschienen. Doch halt, das mit den Ohren war neu. Jetzt bekam sie auch noch kleine Bläschen an den Ohrenrändern. Das hatten wir noch nicht gehabt. Also mit neuer Vehemenz startete ich einen Angriff auf die Hecke. Da das Jahr recht feucht und warm war, war dies ein steter und wiederkehrender Kampf. Aber was tut man nicht alles für seine kleinen Schätzchen. Ich esse sowieso nicht so gerne Brombeeren... :-)

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Mücke in den Büschen

Erste Vermutungen

In jenem Jahr habe ich das erste Mal bei unserer Tierärztin vorgesprochen.

Sie schloß sich meiner Vermutung einer allergischen Reaktion auf Kontakt mit der Brombeerhecke an, nachdem ich alles erzählt hatte. Wir behandelten die Stellen erfolgreich mit einer Juckreiz mildernden Tinktur. Mal war Mücke ohne Stellen und Bläschen und mal mit. Dann kam wieder die Tinktur an die Reihe und die Heckenschere und dann kam der Herbst und alles beruhigte sich wieder.

Anfang letzten Jahres, als endlich alles wieder anfing, grün zu werden, kam - dieses mal jedoch nicht mehr überraschend - auch Mückes Ausschlag wieder, und das obwohl ich die Hecke bereits zu Beginn ihres Wachstums knapp über dem Boden niedergemacht hatte (zumindest soweit ich sie hatte erreichen können, denn sie wuchs ja auf der anderen verwilderten Seite des Zaunes). Nun ja, ich holte mir Nachschub an der Tinktur und machte mich auf eine Wiederholung des letzten Sommers in Sachen Katze Verarzten gefaßt.

 

It's Brekkies time !!!

 

Alles lief soweit wie erwartet. Oder soll ich sagen, befürchtet?

Im Sommer stellte ich das Futter der beiden Katzen auf eine Trockenfutter-Mahlzeit pro Tag um. Beide lieben diesen Brekkies- und Knibbies-Kram über alles. Ich dachte mir, wenn sie einmal pro Tag davon ausreichend zu essen bekämen, würde sich diese Gier etwas geben. Tat sie auch. Bei beiden. Mücke brachte dadurch - sage und schreibe - fast 700 gr mehr beim nächsten mal Wiegen beim Tierarzt auf die Waage. Obwohl ich die Portionen immer genau abgemessen und pro Kopf zugeteilt hatte.

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Erste Behandlung

Aber das machte mir nicht so viel Kopfzerbrechen. Mehr Sorgen machte mir, daß Mücke anfing, sich die Stellen im Gesicht (und inzwischen auch am Hals!) fast schon selbstzerstörerisch aufzukratzen. Vom Besuch bei der Tierärztin brachte ich eine weiße leicht kortisonhaltige Salbe und eine klare antiseptische Lösung mit: zuerst die Stellen mit dem antiseptischen Zeug reinigen, anschließend die weiße Paste drauf. Mücke ließ alles mit einer erstaunlichen Engelsgeduld aber ohne jegliche Begeisterung über sich ergehen. Jedoch schien es mir, als ob die weiße Creme durch ihren eigenartigen in meiner Nase seifigen Geruch Mücke noch mehr zum Putzen und Kratzen animierte. Also versuchte ich es vorerst nur mit dem antiseptischen Mittel. Aber Mücke kratzte sich weiter und besonders stark an einer Stelle, die bald einmarkstückgroß wurde.

Stör' mich nicht, ich bin traurig, ich darf nicht raus! Da gab es für mich kein Halten mehr.

Mücke wurde in den Transportkorb gesteckt und wieder einmal ging es ab zur Tierärztin. Mücke hatte in den letzten drei Wochen schon gar nicht mehr hinaus gedurft. Inzwischen war es wieder Herbst. Und mittlerweile gab es auch einen - wenn auch nur eingeschränkten -
Allergietest  für Katzen. Zuerst riet mir die Tierärztin jedoch zu einer Hautbiopsie, da Mücke sich zwischenzeitlich auch noch den unteren Bauch, die Innenseite der Hinterbeine und den unteren Schwanzansatz bis auf einen zarten Flaum vom Fell befreit hatte. Die Ärztin tippte auf Milbenbefall. Laut Aussage der Tierärztin kann man eine Allergie nicht behandeln, solange das Tier auch noch Milben hat. Eine Hautbiopsie muß bei einer Katze unter Vollnarkose gemacht werden, da hier millimetergroße Hautstückchen heraus gestanzt werden. Und welche Katze läßt das schon ohne Protest mit sich machen?
die ersten 3 Tierarztrechnungen Ich glaube, über die Tortur des Aufwachens muß ich nicht viel berichten.

Mücke litt und spuckte und ich bereute meinen Entschluß aufs Schlimmste. Damals nach ihrer Kastration hatte sie viel entspannter reagiert. Sie war aufgewacht, einmal kurz auf die Toilette gewankt und hatte sich anschließend wieder auf ihren Platz gelegt und solange geschlafen, bis sie wieder fit war. Und das war damals alles gewesen. Diesmal war es gänzlich anders.

Na ja, auf jeden Fall ergab die Biopsie ein positives Ergebnis in Bezug auf die Milben und auch ein erstes Indiz für eine Allergie. Erst einmal behandelten wir also die Milben (mehrere Tierarztbesuche mit Spritzen). Als das Fell wieder wuchs, konnten wir uns also an die Allergie machen. Dazu mußte Mücke Blut entnommen werden. Das hat sie wirklich tapfer über sich ergehen lassen! Sie hat ganz ruhig dagelegen und sich das Blut aus der Vene am Hinterbeinchen abzapfen lassen. Kein Mucks, kein Fauchen, kein Zappeln. Meine kleine brave Mücke! Sie schaute mich die ganze Zeit an und schien zu fragen "warum läßt du das zu?"
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Allergieergebnis MilbenAllergieergebnis PollenAllergieergebnis Futter

Diagnose:

Der Bluttest ergab dann z.T. schwere allergische Reaktionen auf

diverse Milben und Pilze (u.a. Hausstaub) - ganzjährig

diverse Gräser und Pollen (viele übliche Gräser aus dem Garten, viele verbreitete Baumsorten und auch sogar Weizen, Mais, Hafer und Roggen) - saisonal

diverse Futtermittel (Soya, Mais, Reis und ganz besonders stark Thunfisch, auch Kartoffel und Geflügel)

ACHTUNG : Ich hatte zwischenzeitlich mehrfach Anfragen von Euch, daß den behandelnden Tierärzten/innen kein Allergietest bekannt sei. Darum habe ich mich um Details über das Labor bemüht, das u.a. Allergietests für Katzen, Hunde und andere Haustiere durchführt. Ich weiß natürlich nicht, ob es noch weitere Labors gibt. Hier der Link zum Namen, Anschrift und Telefonnummer des Labors, welches "unseren" Allergietest durchgeführt hat: LABOKLIN. Vielleicht können sich ja Eure Tierärzte/innen mit diesem Labor in Verbindung setzen.
Weitere interessante Seiten bei LABOKLIN: 
Allergene und ihre Bedeutung
Hyposensibilisierung bei der Katze

 

 

Ich muß einen Kragen tragen und leide....!

Behandlung:

Und nun ?!

Halskrause, da kein Ende in Sicht und die offenen Stellen unbedingt verheilen mußten

Verarzten mit o.g. Mitteln - jetzt mit Halskrause kein Problem mehr, da Mücke sich die Mittel ja nicht mehr abputzen konnte

komplette Futterumstellung

 

 

... aber bei der Arbeit am PC kann ich trotzdem stören!

Kragenzeit:

Mücke lief fast 8 Wochen mit der Halskrause herum.

Anfänglich tat sie sich recht schwer. Ich genauso. Es tat mir in der Seele leid, das mit anzusehen. Wir legten ihr das Ding an einem Freitag abend das erste mal um, damit wir sie das ganze Wochenende beobachten konnten. Die ersten beiden Wochen fuhr ich mittags immer nach Hause, um nach dem Rechten zu schauen. Eigentlich habe ich nur eine Mittagspause von 45 Minuten. Eine Strecke Büro - Zuhause = 10 km. Hinfahren, gucken, ob alles in Ordnung und zurück fahren. Aber Mücke packte auch das. Nach den ersten zwei Wochen war ich dann so beruhigt, daß ich mittags nicht mehr nach Hause fuhr, dafür sah ich dann immer zu, möglichst pünktlich Feierabend zu machen.

Oh jeh!

Lieblingsschlafplatz Nr. 1 auf dem Schrank im Flur, auf den Mücke später auch mit Kragen kletterte

Hier geht's mir gut

Lieblingsschlafplatz Nr. 2, auf den Mücke mit Kragen nicht mehr durfte

Unsere Wohnung wurde kragengerecht aufbereitet:

Die Stühle wurden vom Tisch abgerückt, damit Mücke, ohne sich dazwischen festzuklemmen, über die Stühle auf den Tisch klettern konnte. Die Fensterbänke wurden frei geräumt. Die Erfahrung, daß Mücke mit dem Kragen nicht mehr unter das Bett paßte, war sehr enttäuschend für sie. Das Fenster vom Arbeitszimmer zum Wintergarten, das sonst immer im Kipp offen stand, und über das sie so auf den Schrank im Arbeitszimmer zu ihrem Lieblingsschlafplatz auf dem ausrangierten gepolsterten Aktenkoffer kam, wurde geschlossen gehalten. Die Toiletten wurden von den Deckeln befreit. Alles wurde bedacht und alle möglichen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Mücke wurde mit der Zeit immer sicherer. Geradezu elegant schaffte sie es, mit einer Kopfbewegung von links nach rechts zwischen die vertikalen Lamellen der Jalousien hindurch zum Fenster zu kommen. Bald sprang sie auch wieder über die Wäschetruhe hinauf auf den Schrank im Flur (Lieblingsschlafplatz Nr. 2). Das erste Mal rutschte mir vor lauter Schreck fast das Herz in die Knie. Aber schließlich bewegte sie sich mit Kragen fast genauso sicher wie ohne.

 

Ich leide!

Mücke wurde furchtbar anhänglich während der Kragenzeit.

Es war manchmal schon richtig schlimm. Sie schlief nur noch auf bzw. bei mir, folgte uns auf Schritt und Tritt. Aber was hatte sie denn auch noch?! Sie konnte sich nicht richtig frei bewegen, bekam keine Brekkies mehr, nicht mehr ihr Lieblingsfutter (Geflügel oder Thunfisch), durfte nicht mehr hinaus und hatte dann auch noch diesen blöden Kragen um. Eigentlich hatten wir alles Angenehme erst einmal aus ihrem Leben verbannt und dementsprechend versuchten wir, sie zu trösten.

 

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Zeit zum Verarzten Der Verarzte -Rhythmus sah wie folgt aus:

morgens gleich nach dem Aufstehen erst einmal Mücke nehmen, sich mit ihr im Bad einschließen, da Nele eigentlich immer zuschauen wollte, und das machte das für alle Beteiligten nicht unbedingt einfacher. Dazu auf das dicke Badelaken auf dem Fußboden knien, Mücke rückwärts so zwischen die Beine schieben, wie in eine Garage, daß sie nicht fort konnte, Kragen abnehmen und diesen sauber wischen (mit einer Hand, da die andere Hand Mücke halten mußte, die natürlich sonst "ausgeparkt" wäre), Mückes Stellen zuerst mit dem Antiseptikum reinigen, danach reichlich von dem Kortisonmittel drauf, anschließend wieder den Kragen umbinden und diesen noch mit einem kleinen zusätzlichen Mull-Schleifchen befestigen, da Mücke es bereits am ersten Wochenende geschafft hatte, den Kragen aufzubekommen, so daß er nur noch von der Mullbinde gehalten um ihren Hals hing. Ich mußte natürlich vorher immer alles gründlich vorbereitet und parat gelegt haben. Und diese Aktion mußte abends wiederholt werden.

 

Selbst der Kragen scheuerte und mußte bearbeitet werden Erschwerend kam noch hinzu, daß die Plastikschlaufen des Kragens die Stellen an Mückes Hals aufscheuerten.

Also habe ich diese Schlaufen von drinnen mit Mull abgedeckt und mit Heftpflaster beklebt. Das funktionierte. Ich besorgte mir in der Tierarztpraxis einen zweiten Kragen, damit ich einen zum Wechseln hatte, wenn ich den anderen reinigen mußte. Denn Mücke kratze sofort wieder los, sobald ein Kragen ab war. Zudem überbrachte Nele Mücke auch noch ein kleines Geschenk von draußen mit ... in Flohform. Arme Mücke! Sie war ein wahrhaft gefundenes Fressen für diese Plagegeister. Ich fühlte es im Schutzbereich des Kragens schon kurz nach der Übergabe von Katze zu Katze. Überall kleine Stellen hinter den Ohren. Und sie kratze sich auch wie wild, aber natürlich erfolglos. Es machte immer ganz laut "Tack, tack, tack, tack", wenn ihre Krallen auf das Plastik trafen. Flöhe lernen anscheinend schnell, wo ihnen nichts passieren kann. Manchmal konnte ich die kleinen schwarzen Biester sogar über Mückes weißes Fell flitzen sehen. Einmal konnte ich sogar einen erwischen. Also wurde beim Tierarzt ein Flohmittel besorgt, bei beiden Tieren die Tropfen zwischen die Schulterblätter gegeben und wir hofften, daß es schnell wirkte. Es ging tatsächlich recht schnell. Aber es dauerte natürlich, bis die Stellen zu jucken aufhörten.

 

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Jetzt sehe ich wieder besser aus, nur mein Fell ist stellenweise noch ein bißchen gelblich

Besserung:

Und schließlich war die Haut richtig gut verheilt,

das Fell schon fast wieder nachgewachsen und das Jucken schien auch weniger geworden zu sein. Wie gesagt, nach acht Wochen kam dann endlich der Tag, an dem ich ihr den Kragen nicht wieder umlegen mußte. Ich hatte das mit der Tierärztin abgestimmt. Ich sehe noch Mückes verdutztes Gesicht vor mir, als ich sie ohne den Kragen los schickte. Immer, wenn sie verdutzt ist und sich gleichzeitig darüber freut, was geschieht, gibt sie ein drolliges Geräusch von sich. Auch diesmal. Und lief schnell von mir fort. Es hätte ja ein Irrtum sein können... Aber sie merkte schnell, daß der Kragen fort blieb. Das gleiche putzige Geräusch gab sie auch von sich, als sie das erste mal wieder kurz hinaus in den Garten durfte (das war nach insgesamt knapp vier Monaten beim ersten Frost). Ich ließ die Wintergartentür offen, nachdem ich Nele hinaus gelassen hatte. Mücke bemerkte das und zögerte kurz, als ob sie mir die Möglichkeit geben wollte, dies zu korrigieren. Als sie sah, daß nichts geschah, quiek-murrte sie (anders kann ich das Geräusch nicht nennen), lief zur Tür hinaus und erst einmal zwei Meter weiter. Sie schaute sich nach mir um, ganz so, als ob ich nun hinter ihr her hetzen würde, um sie zu erhaschen, und als sie sah, daß wiederum nichts passierte, peste sie erst einmal ab.

 

Ich darf wieder raus!

Nach knapp zehn Minuten kam sie schon wieder zurück mit einer vor Aufregung und Kälte ganz roten Nase und schien mir erzählen zu wollen, wie toll das gewesen war.

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Hier kriegst du mich bestimmt nicht !

Die Spritzen

In der Zwischenzeit war auch das Serum beim Tierarzt eingetroffen und nun fuhr ich mit Mücke einmal die Woche - es hatte sich der Donnerstag ergeben und es sollte immer dergleiche Wochentag sein - zum Injizieren. Dies bedeutete: Katze einpacken, zur Tierarztpraxis fahren, Spritze geben lassen (meist mußten wir nicht mal im Wartezimmer warten), zurück fahren und Katze wieder aus dem Korb lassen. Das hört sich einfach an. Anfangs war es das auch. Wenn Mücke sich auch niemals gern in den Transportkorb stecken ließ, so ging es die ersten Wochen doch noch einigermaßen.

 

Komm doch und hol mich!
Aber es wurde zusehends schwieriger, sie zu überlisten.

Ich wollte es natürlich nicht auf eine Jagd durch die Wohnung ankommen lassen. Das wäre ganz gewiß machbar gewesen, aber ich wollte es so streßfrei wie möglich halten.

Nach ca. zehn Spritzen (= zehn Wochen), ging sie immer erst einmal auf Abstand, wenn ich nach Hause kam, um abzuwarten, was ich denn so tun würde. Aber die Neugier und der Hunger siegten noch. Sie wußte (und weiß) anscheinend immer genau, wann der Tag der Spritztour ist. Die erste Streicheleinheit ließ ich immer verstreichen und bei der nächsten Gelegenheit ergriff ich sie dann und steckte sie in den Korb.

Zuerst legte ich mir Mücke immer über die Schulter, so wie ich die Katzen normalerweise trage. Aber nach mehrmaligen Fluchtversuchen bei Sichtkontakt des Transportkorbs und dementsprechenden Kratzern an Schulter, Arm und sogar im Gesicht (alle genannten sind natürlich meine Körperteile), ließ ich mir etwas anderes einfallen.

 

Hier sieht mich keiner! Meine Tierärztin nennt das Babygang.

Und es hat sich bis heute recht gut bewährt. Kratzerfrei. Ich nehme Mücke nicht mehr auf den Arm. Sobald ich sie habe, setze ich sie auf den Boden, nehme ihre beiden Vorderbeine je eins in eine Hand und zwar direkt unter dem Schultergelenk (fest und nachdrücklich, aber nicht quetschen) und lasse sie auf ihren eigenen Hinterbeinen (okay manchmal etwas schleppend) vor mir her zum Korb gehen, so daß sie ihr eigenes Gewicht trägt. Das funktioniert wirklich phantastisch. Wenn sie dann erst einmal beim Korb ist, weiß sie, daß sie keine Chance mehr hat und macht den letzten Sprung fast freiwillig.

An diesen Tierarzttagen mache ich natürlich immer superpünktlich um 17:00 h Feierabend, fahre sofort los und bin ca. eine halbe Stunde später zu Hause. Die Tierarztpraxis hat täglich bis 19:00 h geöffnet.
Das sollte reichen, nicht wahr?

Anfänglich tat es das auch. Doch nach ca. 4 Monaten (ca. 16 Arztbesuche) mußte ich bereits eine halbe Stunde früher das Büro verlassen, um im Zeitplan zu bleiben.

 

Und ich kann das hier richtig lange aushalten!

Ich mußte mir immer etwas Neues einfallen lassen,

um Mücke Normalität vorzugaukeln. Mal habe ich die Bügelsachen herausgeholt und so getan, als ob ich Bügeln wollte. Mal habe ich mich an den PC gesetzt und gearbeitet und sie ignoriert. Ich mußte natürlich immer Schuhe ausziehen, Jacke forthängen und Tasche weglegen. Sonst hätte ich überhaupt keine Gelegenheit bekommen, sie einzufangen. Dann habe ich mich mal aufs Bett gelegt und lange gelesen, bis sie irgendwann ankam, um zu schmusen. Mit der Zeit schien sie alles zu durchschauen. Alle Tricks klappten immer nur einmal. Es tat mir jedesmal furchtbar leid, Mücke schon wieder zu enttäuschen, um sie einzupacken. Und es wurde natürlich jedesmal zeitaufwendiger. Mal kam sie auch partout nicht vom Schrank. Und als dann so langsam die Zeit drängte ("Es ist jetzt halb sieben, in 30 Minuten macht die Praxis zu!"), habe ich sie dann auch mal vom Schrank gepflückt.

 

Aktuelle "Tagebuch"-Eintragungen zu unseren ereignisreichen Anfängen eines jeden Tierarztbesuches unter dem Motto "wie überliste ich Mücke diesmal" sowie die aktuelle Situation findet Ihr hier.

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Ich darf wieder regelmäßig hinaus

Heute:

Nach 23 Wochen konnten wir vor Kurzem dazu übergehen, im zweiwöchigen Rhythmus zu den Injektionen zu fahren.

Ich hoffe, die Situation wird sich langsam entspannen. Wenn wir feststellen, daß Mücke den Zweiwochenturnus gut verträgt und sie nicht wieder anfängt, sich zu kratzen, können wir beizeiten überwechseln in einen dreiwöchigen Abstand. Und dies dann bis zu einer Gesamtdauer von zehn bis zwölf Monaten, je nachdem wie Mückes Reaktion sein wird.

Einstweilen lasse ich Mücke abends mal für eine halbe Stunde und am Wochenende für zwei- bis dreimal eine halbe Stunde oder so hinaus. Es scheint ihr auch zu genügen. Sie schaut ohnehin beinahe alle zehn Minuten herein, während Nele schon mal (je nach Wetterlage) für drei Stunden verschwindet. Das war aber auch früher schon so (außer bei warmen Sommerwetter). Danach gibt es dann Futter für Mücke. Die in Frage stehenden Futtersorten sind auch weiterhin vom Speiseplan gestrichen. Zum Naschen kaufe ich jetzt Sachen, bei denen ich vorher sehr aufmerksam die Bestandteile und Zusatzstoffe studiert habe. Nele hat natürlich noch ihr Glas mit den Brekkies und Knibbies und wie die Sorten alle so heißen.

 

Das Nasch-Glas Sie bekommt etwas daraus, wenn Mücke nicht in Hörweite ist oder fest schläft.

Dann machen wir alle Türen zu und sind ganz leise. Aber drei- vier Male habe ich auch Mücke schon wieder etwas davon gegeben. Natürlich nicht zu viel. Nur zehn Stück oder so. Es ist nichts passiert. Keine neuen frischen Kratzstellen. Man beobachtet dann die Reaktionen mit Argusaugen. Allerdings kaufe ich jetzt auch nur noch Trockenfutter ohne die kritischen Bestandteile. Da muß unsere kleine Nele dann eben mit durch.

Ab und zu hat Mücke mal wieder eine Stelle im Gesicht oder am Hals, aber die kommen und gehen. Aber ob das jetzt vom Futter oder von Gartenbesuchen herrührt oder ob die beiden Katzen sich mal wieder gekloppt haben, kann ich nicht beurteilen. Es werden auf jeden Fall keine großen Stellen mehr. Ich habe festgestellt, daß Mücke nicht so stark dran kratzt, wenn ich, sobald die Stellen verkrustet sind - was schnell geht -, diese Kruste vorsichtig aus dem Fell ziehe. Sie hält dann auch immer ganz still, als ob es für sie angenehm ist, wenn ich das aus ihrem Fell entferne. Wahrscheinlich juckt es, wenn die Stellen abheilen und die Krusten das Fell verkleben.

 

Ich glaub, ich fühl mich wieder wohl! Aber ansonsten geht es ihr recht gut.

Sie kratzt sich nur noch in Maßen (man muß irgendwann ja wieder anfangen, das Kratzen objektiv zu beurteilen), sie hat selten und dann nur wenige und kleine Stellen. Sie darf ein bißchen hinaus in den Garten.

Was uns nun im Frühjahr erwartet, kann ich noch nicht beurteilen. Ich denke nur an meinen Geburtstag im Herbst. Allerdings war das noch die Anfangsphase. Ich hatte zu Hause zwei Blumensträuße bekommen. Einen sehr hübschen mit vielen Gräsern und einen mit Sonnenblumen. Abends habe ich sie in der Wohnung aufgestellt. Einen Abend später hatte Mücke wieder ihre Bläschen an den Ohren. Am nächsten Morgen habe ich die Sträuße dann entsorgt. Welcher Strauß der Verursacher war, weiß ich natürlich nicht. Ich hoffe nur, daß die Spritzen auch so etwas mit abdecken. Sonst wird unsere Kleine wohl wieder Stubenarrest bekommen müssen.

 

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zur Bilderserie über einen Katzenringkampf auf dem Bett Ein anderes Problem  trat jetzt in der Zwischenzeit zwischen den beiden Katzen auf.

Ich stellte fest, daß Nele sich Mücke gegenüber zusehends aggressiver verhält. Nicht immer, es tritt nur manchmal auf. Dann verfolgt Nele Mücke regelrecht, sie greift sie an und läßt auch nicht sofort von ihr ab, wenn Mücke dann das Weite sucht. Ich bin der Meinung, ich gab und gebe beiden Katzen gleichermaßen viel Aufmerksamkeit. Natürlich war das nur schwer einzuhalten während der Verarzte-Zeit, aber selbst damals ich habe versucht, auch Nele ebenso viel Aufmerksamkeit und Streichel- und Spieleinheiten zu geben. Warum ein solches Verhalten jedoch jetzt auf einmal auftritt, nachdem alles wieder anfängt, sich zu regulieren? Im Moment fiel mir nicht mehr dazu ein, als Nele erst einmal mit zum Tierarzt zu nehmen. Die Ärztin gab mir Recht und meinte, etwas anderes würde ihr auch nicht einfallen. Auf jeden Fall streichelt die Tierärztin Nele dann oder schaut ihr in die Ohren oder macht irgend etwas, damit Nele dann genauso riecht wie Mücke. Schau'n wir mal, ob es sich wieder normalisiert.

 

Aber das bekommen wir auch noch in den Griff!

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