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Vorgeschichte
erste
Vermutungen
erste
Behandlung
Allergietest
Diagnose
Das
Labor
Behandlung
Kragenzeit
Verarzten
Besserung
Die
Spritzen
Heute
Tierarztbesuche und
aktuelle Situation(en)
zusätzliche
Probleme

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Vorgeschichte:
Unsere Mücke hat sich
eine schwere Allergie zugezogen.
Im Frühjahr vor ca. drei
Jahren trat die Allergie das erste Mal auf. Ich bemerkte damals eigentlich
nur, daß Mücke zunehmend kleine Stellen im Gesicht hatte, die
anscheinend recht stark juckten, da sie sich diese verschiedentlich
aufkratzte. Ich ging in mich und anschließend durch den Garten und
erinnerte mich wieder an die Brombeerhecke, die immer von neuem hinten im
Garten über einen Teil unseres Zaunes herüber wucherte - oftmals
vernichtet, aber eigentlich mehr als "Un"Kraut betrachtet.
Unsere Katzen kehren von ihren Ausflügen nicht selten vom benachbarten
Gärtnerei-Grundstück über eben diesen Teil des Zaunes zurück. Also
schnitt ich mit neuem Enthusiasmus die Brombeerhecke zurück. Dies war ja
erst einmal nur ein Versuch. Aber ein erfolgreicher! Mückes Stellen im
Gesicht verschwanden mit der Hecke.
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Der Sommer kam und
ging und ebenso die Hecke.
Der Winter ließ alles vergessen
und Mücke hatte keine Probleme.
Im nächsten Frühling mußte ich dann wieder mein Gedächtnis
durchkämmen und erneut ging es der Hecke an den Kragen, als Mückes
Pusteln im Gesicht und an den Ohren von neuem erschienen. Doch halt, das
mit den Ohren war neu. Jetzt bekam sie auch noch kleine Bläschen an den
Ohrenrändern. Das hatten wir noch nicht gehabt. Also mit neuer Vehemenz
startete ich einen Angriff auf die Hecke. Da das Jahr recht feucht und
warm war, war dies ein steter und wiederkehrender Kampf. Aber was tut man
nicht alles für seine kleinen Schätzchen. Ich esse sowieso nicht so
gerne Brombeeren... :-)
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Erste
Vermutungen
In jenem Jahr habe
ich das erste Mal bei unserer Tierärztin vorgesprochen.
Sie schloß sich meiner Vermutung einer allergischen Reaktion auf Kontakt
mit der Brombeerhecke an, nachdem ich alles erzählt hatte. Wir
behandelten die Stellen erfolgreich mit einer Juckreiz mildernden Tinktur.
Mal war Mücke ohne Stellen und Bläschen und mal mit. Dann kam wieder die
Tinktur an die Reihe und die Heckenschere und dann kam der Herbst und
alles beruhigte sich wieder.
Anfang letzten Jahres, als endlich alles wieder anfing, grün zu werden,
kam - dieses mal jedoch nicht mehr überraschend - auch Mückes Ausschlag
wieder, und das obwohl ich die Hecke bereits zu Beginn ihres Wachstums
knapp über dem Boden niedergemacht hatte (zumindest soweit ich sie hatte
erreichen können, denn sie wuchs ja auf der anderen verwilderten Seite
des Zaunes). Nun ja, ich holte mir Nachschub an der Tinktur und machte
mich auf eine Wiederholung des letzten Sommers in Sachen Katze Verarzten
gefaßt.
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Alles lief soweit
wie erwartet. Oder soll ich sagen, befürchtet?
Im Sommer stellte ich das Futter der beiden Katzen auf eine
Trockenfutter-Mahlzeit pro Tag um. Beide lieben diesen Brekkies- und
Knibbies-Kram über alles. Ich dachte mir, wenn sie einmal pro Tag davon
ausreichend zu essen bekämen, würde sich diese Gier etwas geben. Tat sie
auch. Bei beiden. Mücke brachte dadurch - sage und schreibe - fast 700 gr
mehr beim nächsten mal Wiegen beim Tierarzt auf die Waage. Obwohl ich die
Portionen immer genau abgemessen und pro Kopf zugeteilt hatte.
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Erste
Behandlung
Aber das machte mir nicht so viel Kopfzerbrechen. Mehr Sorgen machte mir,
daß Mücke anfing, sich die Stellen im Gesicht (und inzwischen auch am
Hals!) fast schon selbstzerstörerisch aufzukratzen. Vom Besuch bei der
Tierärztin brachte ich eine weiße leicht kortisonhaltige Salbe und eine
klare antiseptische Lösung mit: zuerst die Stellen mit dem antiseptischen
Zeug reinigen, anschließend die weiße Paste drauf. Mücke ließ alles
mit einer erstaunlichen Engelsgeduld aber ohne jegliche Begeisterung über
sich ergehen. Jedoch schien es mir, als ob die weiße Creme durch ihren
eigenartigen in meiner Nase seifigen Geruch Mücke noch mehr zum Putzen
und Kratzen animierte. Also versuchte ich es vorerst nur mit dem
antiseptischen Mittel. Aber Mücke kratzte sich weiter und besonders stark
an einer Stelle, die bald einmarkstückgroß wurde.
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Da gab es für
mich kein
Halten mehr.
Mücke wurde in den Transportkorb gesteckt und wieder einmal ging es ab
zur Tierärztin. Mücke hatte in den letzten drei Wochen schon gar nicht
mehr hinaus gedurft. Inzwischen war es wieder Herbst. Und mittlerweile gab
es auch einen - wenn auch nur eingeschränkten - Allergietest
für Katzen.
Zuerst riet mir die Tierärztin jedoch zu einer Hautbiopsie, da Mücke
sich zwischenzeitlich auch noch den unteren Bauch, die Innenseite der
Hinterbeine und den unteren Schwanzansatz bis auf einen zarten Flaum vom
Fell befreit hatte. Die Ärztin tippte auf Milbenbefall. Laut Aussage der
Tierärztin kann man eine Allergie nicht behandeln, solange das Tier auch
noch Milben hat. Eine Hautbiopsie muß bei einer Katze unter Vollnarkose
gemacht werden, da hier millimetergroße Hautstückchen heraus gestanzt
werden. Und welche Katze läßt das schon ohne Protest mit sich machen?
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Ich glaube, über
die Tortur des Aufwachens muß ich nicht viel berichten.
Mücke litt und spuckte und ich
bereute meinen Entschluß aufs Schlimmste. Damals nach ihrer Kastration
hatte sie viel entspannter reagiert. Sie war aufgewacht, einmal kurz auf
die Toilette gewankt und hatte sich anschließend wieder auf ihren Platz
gelegt und solange geschlafen, bis sie wieder fit war. Und das war damals
alles gewesen. Diesmal war es gänzlich anders.
Na ja, auf jeden Fall ergab die Biopsie ein positives Ergebnis in Bezug
auf die Milben und auch ein erstes Indiz für eine Allergie. Erst einmal
behandelten wir also die Milben (mehrere Tierarztbesuche mit Spritzen).
Als das Fell wieder wuchs, konnten wir uns also an die Allergie machen.
Dazu mußte Mücke Blut entnommen werden. Das hat sie wirklich tapfer
über sich ergehen lassen! Sie hat ganz ruhig dagelegen und sich das Blut
aus der Vene am Hinterbeinchen abzapfen lassen. Kein Mucks, kein Fauchen,
kein Zappeln. Meine kleine brave Mücke! Sie schaute mich die ganze Zeit
an und schien zu fragen "warum läßt du das zu?"
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Diagnose:
Der Bluttest ergab
dann z.T. schwere allergische Reaktionen auf
diverse Milben und Pilze (u.a.
Hausstaub) - ganzjährig
diverse Gräser und Pollen (viele übliche Gräser aus dem Garten, viele
verbreitete Baumsorten und auch sogar Weizen, Mais, Hafer und Roggen) -
saisonal
diverse Futtermittel (Soya, Mais, Reis und ganz besonders stark Thunfisch,
auch Kartoffel und Geflügel)
ACHTUNG
: Ich hatte zwischenzeitlich mehrfach Anfragen von Euch, daß den
behandelnden Tierärzten/innen kein Allergietest bekannt sei. Darum habe
ich mich um Details über das Labor bemüht, das u.a. Allergietests für
Katzen, Hunde und andere Haustiere durchführt. Ich weiß natürlich
nicht, ob es noch weitere Labors gibt. Hier der Link zum Namen,
Anschrift und Telefonnummer des Labors, welches "unseren"
Allergietest durchgeführt hat: LABOKLIN.
Vielleicht können sich ja Eure Tierärzte/innen mit diesem Labor in
Verbindung setzen.
Weitere interessante Seiten bei LABOKLIN:
Allergene und ihre
Bedeutung
Hyposensibilisierung
bei der Katze |
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Behandlung:
Und nun ?!
Halskrause, da kein Ende in Sicht
und die offenen Stellen unbedingt verheilen mußten
Verarzten mit o.g. Mitteln - jetzt mit Halskrause kein Problem mehr, da
Mücke sich die Mittel ja nicht mehr abputzen konnte
komplette Futterumstellung
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Kragenzeit:
Mücke lief fast 8
Wochen mit der Halskrause herum.
Anfänglich tat sie sich recht
schwer. Ich genauso. Es tat mir in der Seele leid, das mit anzusehen. Wir
legten ihr das Ding an einem Freitag abend das erste mal um, damit wir sie
das ganze Wochenende beobachten konnten. Die ersten beiden Wochen fuhr ich
mittags immer nach Hause, um nach dem Rechten zu schauen. Eigentlich habe
ich nur eine Mittagspause von 45 Minuten. Eine Strecke Büro - Zuhause =
10 km. Hinfahren, gucken, ob alles in Ordnung und zurück fahren. Aber
Mücke packte auch das. Nach den ersten zwei Wochen war ich dann so
beruhigt, daß ich mittags nicht mehr nach Hause fuhr, dafür sah ich dann
immer zu, möglichst pünktlich Feierabend zu machen.
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Unsere
Wohnung wurde kragengerecht aufbereitet:
Die Stühle wurden vom Tisch abgerückt, damit Mücke, ohne
sich dazwischen festzuklemmen, über die Stühle auf den Tisch klettern
konnte. Die Fensterbänke wurden frei geräumt. Die Erfahrung, daß Mücke
mit dem Kragen nicht mehr unter das Bett paßte, war sehr enttäuschend
für sie. Das Fenster vom Arbeitszimmer zum Wintergarten, das sonst immer
im Kipp offen stand, und über das sie so auf den Schrank im Arbeitszimmer
zu ihrem Lieblingsschlafplatz
auf dem ausrangierten gepolsterten Aktenkoffer kam, wurde geschlossen
gehalten. Die Toiletten wurden von den Deckeln befreit. Alles wurde
bedacht und alle möglichen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Mücke
wurde mit der Zeit immer sicherer. Geradezu elegant schaffte sie es, mit
einer Kopfbewegung von links nach rechts zwischen die vertikalen Lamellen
der Jalousien hindurch zum Fenster zu kommen. Bald sprang sie auch wieder
über die Wäschetruhe hinauf auf den Schrank im Flur (Lieblingsschlafplatz
Nr. 2). Das erste Mal rutschte mir vor lauter Schreck fast das Herz in
die Knie. Aber schließlich bewegte sie sich mit Kragen fast genauso
sicher wie ohne.
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Mücke wurde
furchtbar anhänglich während der Kragenzeit.
Es war manchmal schon richtig schlimm. Sie schlief nur noch auf bzw. bei
mir, folgte uns auf Schritt und Tritt. Aber was hatte sie denn auch noch?!
Sie konnte sich nicht richtig frei bewegen, bekam keine Brekkies mehr,
nicht mehr ihr Lieblingsfutter (Geflügel oder Thunfisch), durfte nicht
mehr hinaus und hatte dann auch noch diesen blöden Kragen um. Eigentlich
hatten wir alles Angenehme erst einmal aus ihrem Leben verbannt und
dementsprechend versuchten wir, sie zu trösten. |
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Der
Verarzte
-Rhythmus sah wie folgt aus:
morgens gleich nach dem Aufstehen erst einmal Mücke nehmen, sich mit ihr
im Bad einschließen, da Nele eigentlich immer zuschauen wollte, und das
machte das für alle Beteiligten nicht unbedingt einfacher. Dazu auf das
dicke Badelaken auf dem Fußboden knien, Mücke rückwärts so zwischen
die Beine schieben, wie in eine Garage, daß sie nicht fort konnte, Kragen
abnehmen und diesen sauber wischen (mit einer Hand, da die andere Hand
Mücke halten mußte, die natürlich sonst "ausgeparkt" wäre),
Mückes Stellen zuerst mit dem Antiseptikum reinigen, danach reichlich von
dem Kortisonmittel drauf, anschließend wieder den Kragen umbinden und
diesen noch mit einem kleinen zusätzlichen Mull-Schleifchen befestigen,
da Mücke es bereits am ersten Wochenende geschafft hatte, den Kragen
aufzubekommen, so daß er nur noch von der Mullbinde gehalten um ihren
Hals hing. Ich mußte natürlich vorher immer alles gründlich vorbereitet
und parat gelegt haben. Und diese Aktion mußte abends wiederholt werden.
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Erschwerend kam noch
hinzu, daß die Plastikschlaufen des Kragens die Stellen an Mückes Hals
aufscheuerten.
Also habe ich diese Schlaufen von drinnen mit Mull abgedeckt und mit
Heftpflaster beklebt. Das funktionierte. Ich besorgte mir in der
Tierarztpraxis einen zweiten Kragen, damit ich einen zum Wechseln hatte,
wenn ich den anderen reinigen mußte. Denn Mücke kratze sofort wieder
los, sobald ein Kragen ab war. Zudem überbrachte Nele Mücke auch noch
ein kleines Geschenk von draußen mit ... in Flohform. Arme Mücke! Sie
war ein wahrhaft gefundenes Fressen für diese Plagegeister. Ich fühlte
es im Schutzbereich des Kragens schon kurz nach der Übergabe von Katze zu
Katze. Überall kleine Stellen hinter den Ohren. Und sie kratze sich auch
wie wild, aber natürlich erfolglos. Es machte immer ganz laut "Tack,
tack, tack, tack", wenn ihre Krallen auf das Plastik trafen. Flöhe
lernen anscheinend schnell, wo ihnen nichts passieren kann. Manchmal
konnte ich die kleinen schwarzen Biester sogar über Mückes weißes Fell
flitzen sehen. Einmal konnte ich sogar einen erwischen. Also wurde beim
Tierarzt ein Flohmittel besorgt, bei beiden Tieren die Tropfen zwischen
die Schulterblätter gegeben und wir hofften, daß es schnell wirkte. Es
ging tatsächlich recht schnell. Aber es dauerte natürlich, bis die
Stellen zu jucken aufhörten.
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Besserung:
Und schließlich war
die Haut richtig gut verheilt,
das Fell schon fast wieder nachgewachsen und das Jucken schien auch
weniger geworden zu sein. Wie gesagt, nach acht Wochen kam dann endlich
der Tag, an dem ich ihr den Kragen nicht wieder umlegen mußte. Ich hatte
das mit der Tierärztin abgestimmt. Ich sehe noch Mückes verdutztes
Gesicht vor mir, als ich sie ohne den Kragen los schickte. Immer, wenn sie
verdutzt ist und sich gleichzeitig darüber freut, was geschieht, gibt sie
ein drolliges Geräusch von sich. Auch diesmal. Und lief schnell von mir
fort. Es hätte ja ein Irrtum sein können... Aber sie merkte schnell,
daß der Kragen fort blieb. Das gleiche putzige Geräusch gab sie auch von
sich, als sie das erste mal wieder kurz hinaus in den Garten durfte (das
war nach insgesamt knapp vier Monaten beim ersten Frost). Ich ließ die
Wintergartentür offen, nachdem ich Nele hinaus gelassen hatte. Mücke
bemerkte das und zögerte kurz, als ob sie mir die Möglichkeit geben
wollte, dies zu korrigieren. Als sie sah, daß nichts geschah,
quiek-murrte sie (anders kann ich das Geräusch nicht nennen), lief zur
Tür hinaus und erst einmal zwei Meter weiter. Sie schaute sich nach mir
um, ganz so, als ob ich nun hinter ihr her hetzen würde, um sie zu
erhaschen, und als sie sah, daß wiederum nichts passierte, peste sie erst
einmal ab.
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Nach knapp zehn
Minuten kam sie schon wieder zurück mit einer vor Aufregung und Kälte
ganz roten Nase und schien mir erzählen zu wollen, wie toll das gewesen war.
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Die
Spritzen
In der Zwischenzeit war auch das
Serum beim Tierarzt eingetroffen und nun fuhr ich mit Mücke einmal die
Woche - es hatte sich der Donnerstag ergeben und es sollte immer
dergleiche Wochentag sein - zum Injizieren. Dies bedeutete: Katze
einpacken, zur Tierarztpraxis fahren, Spritze geben lassen (meist mußten
wir nicht mal im Wartezimmer warten), zurück fahren und Katze wieder aus
dem Korb lassen. Das hört sich einfach an. Anfangs war es das auch. Wenn
Mücke sich auch niemals gern in den Transportkorb stecken ließ, so ging
es die ersten Wochen doch noch einigermaßen.
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Aber es wurde
zusehends schwieriger, sie zu überlisten.
Ich wollte es natürlich nicht auf eine Jagd durch die Wohnung ankommen
lassen. Das wäre ganz gewiß machbar gewesen, aber ich wollte es so
streßfrei wie möglich halten.
Nach ca. zehn Spritzen (= zehn Wochen), ging sie immer erst einmal auf
Abstand, wenn ich nach Hause kam, um abzuwarten, was ich denn so tun
würde. Aber die Neugier und der Hunger siegten noch. Sie wußte (und
weiß) anscheinend immer genau, wann der Tag der Spritztour ist. Die erste
Streicheleinheit ließ ich immer verstreichen und bei der nächsten
Gelegenheit ergriff ich sie dann und steckte sie in den Korb.
Zuerst legte ich mir Mücke immer über die Schulter, so wie ich die
Katzen normalerweise trage. Aber nach mehrmaligen Fluchtversuchen bei
Sichtkontakt des Transportkorbs und dementsprechenden Kratzern an
Schulter, Arm und sogar im Gesicht (alle genannten sind natürlich meine
Körperteile), ließ ich mir etwas anderes einfallen.
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Meine Tierärztin
nennt das Babygang.
Und es hat sich bis heute recht gut bewährt. Kratzerfrei. Ich nehme
Mücke nicht mehr auf den Arm. Sobald ich sie habe, setze ich sie auf den
Boden, nehme ihre beiden Vorderbeine je eins in eine Hand und zwar direkt
unter dem Schultergelenk (fest und nachdrücklich, aber nicht quetschen)
und lasse sie auf ihren eigenen Hinterbeinen (okay manchmal etwas
schleppend) vor mir her zum Korb gehen, so daß sie ihr eigenes Gewicht
trägt. Das funktioniert wirklich phantastisch. Wenn sie dann erst einmal
beim Korb ist, weiß sie, daß sie keine Chance mehr hat und macht den
letzten Sprung fast freiwillig.
An diesen Tierarzttagen mache ich natürlich immer superpünktlich um
17:00 h Feierabend, fahre sofort los und bin ca. eine halbe Stunde später
zu Hause. Die Tierarztpraxis hat täglich bis 19:00 h geöffnet.
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Das sollte reichen,
nicht wahr?
Anfänglich tat es das auch. Doch nach ca. 4 Monaten (ca. 16 Arztbesuche)
mußte ich bereits eine halbe Stunde früher das Büro verlassen, um im
Zeitplan zu bleiben.
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Ich mußte mir immer
etwas Neues einfallen lassen,
um Mücke Normalität vorzugaukeln. Mal habe ich die Bügelsachen
herausgeholt und so getan, als ob ich Bügeln wollte. Mal habe ich mich an
den PC gesetzt und gearbeitet und sie ignoriert. Ich mußte natürlich
immer Schuhe ausziehen, Jacke forthängen und Tasche weglegen. Sonst
hätte ich überhaupt keine Gelegenheit bekommen, sie einzufangen. Dann
habe ich mich mal aufs Bett gelegt und lange gelesen, bis sie irgendwann
ankam, um zu schmusen. Mit der Zeit schien sie alles zu durchschauen. Alle
Tricks klappten immer nur einmal. Es tat mir jedesmal furchtbar leid,
Mücke schon wieder zu enttäuschen, um sie einzupacken. Und es wurde
natürlich jedesmal zeitaufwendiger. Mal kam sie auch partout nicht vom
Schrank. Und als dann so langsam die Zeit drängte ("Es ist jetzt
halb sieben, in 30 Minuten macht die Praxis zu!"), habe ich sie dann
auch mal vom Schrank gepflückt.
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Aktuelle
"Tagebuch"-Eintragungen zu unseren
ereignisreichen Anfängen eines jeden Tierarztbesuches unter dem Motto
"wie überliste ich Mücke diesmal" sowie die aktuelle
Situation findet Ihr hier. |
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Heute:
Nach 23 Wochen
konnten wir vor Kurzem dazu übergehen, im zweiwöchigen Rhythmus zu den
Injektionen zu fahren.
Ich hoffe, die Situation wird sich langsam entspannen. Wenn wir
feststellen, daß Mücke den Zweiwochenturnus gut verträgt und sie nicht
wieder anfängt, sich zu kratzen, können wir beizeiten überwechseln in
einen dreiwöchigen Abstand. Und dies dann bis zu einer Gesamtdauer von
zehn bis zwölf Monaten, je nachdem wie Mückes Reaktion sein wird.
Einstweilen lasse ich Mücke abends mal für eine halbe Stunde und am
Wochenende für zwei- bis dreimal eine halbe Stunde oder so hinaus. Es
scheint ihr auch zu genügen. Sie schaut ohnehin beinahe alle zehn Minuten
herein, während Nele schon mal (je nach Wetterlage) für drei Stunden
verschwindet. Das war aber auch früher schon so (außer bei warmen
Sommerwetter). Danach gibt es dann Futter für Mücke. Die in Frage
stehenden Futtersorten sind auch weiterhin vom Speiseplan gestrichen. Zum
Naschen kaufe ich jetzt Sachen, bei denen ich vorher sehr aufmerksam die
Bestandteile und Zusatzstoffe studiert habe. Nele hat natürlich noch ihr
Glas mit den Brekkies und Knibbies und wie die Sorten alle so heißen.
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Sie bekommt etwas
daraus, wenn Mücke nicht in Hörweite ist oder fest schläft.
Dann machen wir alle Türen zu und sind ganz leise. Aber drei- vier Male
habe ich auch Mücke schon wieder etwas davon gegeben. Natürlich nicht zu
viel. Nur zehn Stück oder so. Es ist nichts passiert. Keine neuen
frischen Kratzstellen. Man beobachtet dann die Reaktionen mit Argusaugen.
Allerdings kaufe ich jetzt auch nur noch Trockenfutter ohne die kritischen
Bestandteile. Da muß unsere kleine Nele dann eben mit durch.
Ab und zu hat Mücke mal wieder eine Stelle im Gesicht oder am Hals, aber
die kommen und gehen. Aber ob das jetzt vom Futter oder von Gartenbesuchen
herrührt oder ob die beiden Katzen sich mal wieder gekloppt haben, kann
ich nicht beurteilen. Es werden auf jeden Fall keine großen Stellen mehr.
Ich habe festgestellt, daß Mücke nicht so stark dran kratzt, wenn ich,
sobald die Stellen verkrustet sind - was schnell geht -, diese Kruste
vorsichtig aus dem Fell ziehe. Sie hält dann auch immer ganz still, als
ob es für sie angenehm ist, wenn ich das aus ihrem Fell entferne.
Wahrscheinlich juckt es, wenn die Stellen abheilen und die Krusten das
Fell verkleben.
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Aber ansonsten geht
es ihr recht gut.
Sie kratzt sich nur noch in Maßen (man muß irgendwann ja wieder
anfangen, das Kratzen objektiv zu beurteilen), sie hat selten und dann nur
wenige und kleine Stellen. Sie darf ein bißchen hinaus in den Garten.
Was uns nun im Frühjahr erwartet, kann ich noch nicht beurteilen. Ich
denke nur an meinen Geburtstag im Herbst. Allerdings war das noch die
Anfangsphase. Ich hatte zu Hause zwei Blumensträuße bekommen. Einen sehr
hübschen mit vielen Gräsern und einen mit Sonnenblumen. Abends habe ich
sie in der Wohnung aufgestellt. Einen Abend später hatte Mücke wieder
ihre Bläschen an den Ohren. Am nächsten Morgen habe ich die Sträuße
dann entsorgt. Welcher Strauß der Verursacher war, weiß ich natürlich
nicht. Ich hoffe nur, daß die Spritzen auch so etwas mit abdecken. Sonst
wird unsere Kleine wohl wieder Stubenarrest bekommen müssen.
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Ein anderes Problem
trat jetzt in der Zwischenzeit zwischen den beiden Katzen auf.
Ich stellte fest, daß Nele sich Mücke gegenüber zusehends aggressiver
verhält. Nicht immer, es tritt nur manchmal auf. Dann verfolgt Nele
Mücke regelrecht, sie greift sie an und läßt auch nicht sofort von ihr
ab, wenn Mücke dann das Weite sucht. Ich bin der Meinung, ich gab und
gebe beiden Katzen gleichermaßen viel Aufmerksamkeit. Natürlich war das
nur schwer einzuhalten während der Verarzte-Zeit, aber selbst damals ich
habe versucht, auch Nele ebenso viel Aufmerksamkeit und Streichel- und
Spieleinheiten zu geben. Warum ein solches Verhalten jedoch jetzt auf
einmal auftritt, nachdem alles wieder anfängt, sich zu regulieren? Im
Moment fiel mir nicht mehr dazu ein, als Nele erst einmal mit zum Tierarzt
zu nehmen. Die Ärztin gab mir Recht und meinte, etwas anderes würde ihr
auch nicht einfallen. Auf jeden Fall streichelt die Tierärztin Nele dann
oder schaut ihr in die Ohren oder macht irgend etwas, damit Nele dann
genauso riecht wie Mücke. Schau'n wir mal, ob es sich wieder
normalisiert.
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Aber das bekommen
wir auch noch in den Griff! |
| wieder
nach oben |
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