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Ein kleines Tagebuch über die
"Wir wollen jetzt zum Tierarzt"-Mücke-Einfang-Aktionen
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21.03.2001
02.04.2001
12.04.2001
03.05.2001
24.07.2001 13.08.2001 05.09.2001
- das letzte Mal |
| Mittwoch, 21.03.2001

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Ich war pünktlich um
halb sechs zu Hause. Beide Katzen waren ganz entspannt. Ich weniger. Wie
bei den letzten Malen lag mir die Sache schon seit morgens auf dem
Magen. Wie würde es dieses mal ablaufen? Der letzte Tierarztbesuch war
wieder genau 14 Tage her. Doch für beide Katzen schien alles normal.
Ich legte die Taschen ab, zog meinen Mantel aus und begrüßte die
beiden. Nele und Mücke liefen schon voller freudiger Erwartung in
Richtung Tür zum Wintergarten. Ich öffnete sie. Beide gingen zur
Schiebetür. Ich sprach die ganze Zeit betont harmlos und im
begeisterten Ton mit ihnen. Mücke kam an, stellte ihre beiden
Vorderbeinchen hoch auf den Rattansessel und streckte mir ihr Köpfchen
entgegen zum Streicheln. Was ich auch tat. Das Streicheln ging dann mit
beiden Händen am Hals entlang und vorsichtig packte ich sie. Dieser
verletzte Blick, als sie verstand, daß es wieder "passiert".
Es ist immer der gleiche tief getroffene und enttäuschte Blick, daß
ich wieder ihr Vertrauen mißbrauche. Ich hoffe wirklich, daß es auf
Dauer nicht zu sehr schadet.
Allerdings schien sie ja dieses mal während der zweiwöchigen
Verschnaufpause fast alles vergessen zu haben. Es war das erste Mal
wieder, daß sie mich am Tierarzt-Tag so arglos an sich heran gelassen
hat.
Vom Tierarztbesuch (bei dem uns Nele freundlicherweise begleitete)
zurück, durften dann beide gleich hinaus.
- Glücklicher Verlauf -

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| Montag, 02.04.2001

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Da zusätzlich nun für Nele und Mücke der reguläre
jährliche Impftermin nähergerückt
war, hatten wir uns mit der Tierärztin geeinigt, mind. 10 Tage nach
Mückes letztem Injektionstermin (siehe oben) die Impfung für beide
Katzen inklusive der normalen Gesundheitsuntersuchung anzusetzen. Mind.
10 Tage nach diesem Termin muß Mücke wieder zu ihrer nächsten
Spritze. Dann lägen zwischen den einzelnen Spritzen jeweils mindestens
10 Tage (das muß so sein) und zwischen den Injektionen max. 3 Wochen. Und
dieser Rhythmus sollte ja sowieso unser - kurzfristiges - Ziel sein.
Wenn wir also vor Ostern mit diesem Programm
durch sein wollten, MUSSTEN wir heute zur Tierärztin. Ich machte
wie gewohnt extrem pünktlich Feierabend. Aufgrund des tollen
Frühsommerwetters war es entsprechend voll auf den Straßen.
Ich war ca. 20 Minuten vor 6 h zuhause. Die geplante SPRITZtour tat mir
ein wenig leid, da meine beiden Miezen mit Sicherheit sich lieber in der
Sonne im Garten räkeln würden.
Es lief diesmal wieder sehr gut an. Beide Katzen kamen zur
Begrüßung an die Tür. Mein Problemkind Mücke war ganz aufgeschlossen,
ließ sich anfassen und wollte schmusen. Auf dem Weg zur Wintergartentür (sie hoffte natürlich,
daß diese geöffnet würde) konnte ich sie dann nehmen und problemlos
in den Korb verfrachten. Nur schwache Gegenwehr. Das gleiche Spielchen mit Nele. Aber die läßt
sich sowieso meist recht widerstandslos einpacken. Sie ist eher der Typ,
der ganz interessiert zuschaut, wenn ich Mücke zu überlisten versuche.
Kurzes Gequake im Auto (Nele - Mücke macht das schon lange nicht mehr). Wir fanden einen guten Parkplatz und in der
Praxis konnten wir auf der Terrasse bei der Wellensittich-Außen-Voliere
(= Katzen-TV) warten. Bei schönem Wetter wird dort immer die
Terrassentür aufgelassen.
Alles war verhältnismäßig entspannt. Nele
kam zuerst dran und ließ sich sogar ihren Zahnstein (nicht gerne, aber
ohne großen Protest) entfernen. Dann kam Mücke dran, kurz noch
bezahlen und schon waren wir so gut wie wieder zuhause. Alle beide
gesund und alles zufriedenstellend. Pro Katze dauerte das rund 15 bis 20
Minuten. Dies ist die erste Tierarztpraxis, in der ich das Gefühl habe,
die Katzen werden WIRKLICH untersucht.
Nach 5 minütiger Verschnaufpause (Autofahren
ist ja so anstrengend) konnten die beiden dann doch noch ein wenig Abendsonne
genießen. Aber anscheinend hatte dieser Trip doch beiden mehr
abverlangt, denn zuerst kam Mücke nach ihrer obligatorischen halben
Stunde zurück. Und als sie so gar keine Anstalten machte, wieder
hinauszuwollen, gab ich ihr etwas zu essen. Kaum 10 Minuten später war
dann auch Nele da. Beide schlugen sich die Bäuchlein voll und
"gingen zu Bett".
- Wiederum ein unkomplizierter Verlauf -

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| Donnerstag, 12.04.2001

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Ich hatte diese vier
Tage vor Ostern frei genommen. Am Donnerstag waren genau zehn Tage nach
dem Impftermin vergangen. Nele wurde diesesmal aus der Pflicht
entlassen, mitkommen zu müssen, weil sie beim Zahnstein-Entfernen so
tapfer gewesen war. Da dies ein Donnerstag vor einem langen Wochenende
war, entschied ich mich, gleich morgens zur Tierarztpraxis zu fahren,
nachmittags würde es bestimmt voll werden.
Ich hatten den Wecker nicht gestellt und wachte so gegen halb acht auf.
Die morgendliche Badezimmerzeremonie war schnell durch, da ich ja nicht
ins Büro mußte. Ich fing an, die Zeit zu strecken. Mücke saß bereits
auf der einen Arbeitsplatte in der Küche und wartete auf ihr Futter,
während Nele sich mehr im Raum Wintergarten herumtrieb und darauf
wartete, hinausgelassen zu werden. Beide Wünsche konnte ich leider
nicht erfüllen. Jetzt war es erst acht Uhr. Vor halb neun brauchte ich
in der Tierarztpraxis gar nicht erst aufzutauchen. Ich trödelte noch
ein wenig herum. Um viertel nach acht sagte ich dann zu Mücke, die
immer noch tapfer und nichts ahnend auf der Arbeitsplatte ausharrte,
daß es mir sehr leid täte, aber ich sie jetzt nehmen würde und mit
ihr zur nächsten Spritze fahren würde. Was ich denn auch sogleich in
die Tat umsetzte. Das entsetzte Gesichtchen und das sich Sträuben
brauche ich - glaube ich - nicht mehr zu beschreiben. Um 8:17 h
saß sie in ihrem Körbchen. Um 8:20 h war ich angezogen, ließ Nele
hinaus, schnappte mir Mückes Transportkorb und los ging es. Eigentlich
waren wir noch immer viel zu früh dran und so entschloß ich mich,
vorher noch schnell Brötchen zu holen. Es war richtig putzig zu
beobachten, wie irritiert Mücke über die veränderte Strecke war. Als
ich so kurz nach dem Losfahren in eine andere Richtung schon wieder
anhielt, streckte sie ganz neugierig ihr Näschen durch die Streben und
schien zu fragen, was heute denn los sei? Beim Tierarzt lief dann alles
wie gehabt. Es war nicht so voll wie befürchtet und wir kamen auch
schnell dran. Schöne Ostern gewünscht und schon waren wir wieder zu
Haus. Nele begrüßte uns an der Tür. (Erleichtert, daß sie dieses mal
nicht mit mußte?!) Nach den üblichen knapp zehn Minuten
Beobachtungspause durfte dann auch mein Mückchen hinaus in den Garten.
Mit der Tierärztin hatten wir besprochen, daß
wir versuchen wollen, beim dreiwöchigen Rhythmus zu bleiben, wenn bei
Mücke zwischenzeitlich keine Probleme auftreten würden.
- Abermals ein entspannter Verlauf. Wenn es
dabei bleibt, können wir damit leben, nicht wahr, Mücke? - 
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| Donnerstag, 03.05.2001

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Ich glaube, ich brauche
dieses "Tagebuch" nicht mehr weiter zu führen. Mit den
jeweils drei Wochen zwischen den Tierarztbesuchen gibt es so gut wie
keine Probleme mehr, Mücke in den Transportkorb zu verstauen. Drei
Wochen genügen ihr anscheinend zum Vergessen. Natürlich ist sie
inzwischen noch immer nicht begeistert, wenn sie merkt, was los ist,
aber es läuft so ganz gut mit uns beiden.
Während der letzten Wochen haben wir Mücke
fast so oft und so lang wie früher hinaus gelassen. Selbst während der
Zeit, als alles im Garten anfing, zu wachsen und blühen, bemerkten wir
fast nichts mehr an ihr. Natürlich hat sie ab und zu immer noch einige
kleine Stellen, aber es gibt eben auch Phasen, da ist nichts weiter an
ihr festzustellen. Ich sagte erst am letzen Sonntag (als das Wetter so
toll war und wir alle im Garten waren) zu meinem Mann, daß ich noch vor
einem halben Jahr niemals gedacht hätte, daß wir Mücke jemals wieder
bei solch gutem Wetter so häufig und lange hinaus lassen könnten.
Ob man schon sagen kann, daß Mücke geheilt
ist? Ich hoffe es für sie von ganzem Herzen. Trotzdem werden wir noch
so lange zu den dreiwöchigen Spritzen gehen, bis entweder die
Tierärztin sagt, es ist nicht mehr notwendig, oder bis diese Ampulle
aufgebraucht ist. Laut Auskunft der Tierärztin soll das noch fünf bis
sechs mal sein. Wenn wir das hochrechnen auf den dreiwöchigen Rhythmus,
sind wir wahrscheinlich im September durch. Das war dann ein Jahr.
Ich hoffe wirklich, daß zu dem Punkt "Mückes
Allergie" keine Einträge mehr notwendig sein werden. Denn dann
kann ich auch endlich an den anderen Seiten von Katzentatzen
weiterarbeiten.

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| Dienstag,
24.07.2001

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Nun gibt es hier doch wieder
einen neuen Eintrag: Mückes "Kurz"zeitgedächtnis umfaßt
inzwischen anscheinend mehr als einen Zeitraum von drei Wochen. Als ich
letzten Dienstag mit ihr wieder einmal unseren obligatorischen
Tierarztbesuch absolvieren wollte und ich wie gehabt pünktlich zu Hause
eintraf, verschwand Mücke im Schlafzimmer unter dem Bett, machte es
sich bequem und rührte sich nicht mehr. Ich vertrieb mir die von
früher her so wohlbekannte gute Stunde mit anderen Beschäftigungen.
Doch als es dann so langsam auf halb sieben zuging und Mücke
anscheinend auch weiterhin nicht vorhatte, unter dem Bett heraus zu
kommen, war meine Geduld das erste mal zu Ende. Es war ein sehr warmer
Tag und der Wetterbericht sagte noch heißere Temperaturen für die
nächsten Tage voraus. Deshalb hatte ich mich für diesen Tag
entschieden. Da Mücke hierbei immer sehr aufgeregt war, wollte ich ihr
zusätzlichen Streß durch noch größere Hitze ersparen. Es mußte also HEUTE
sein.
Nun gut, meine kleine Mücke, du hast es so
gewollt. Die Lattenroste unseres Bettes sind am Fuß- und Kopfende
hochklappbar. Also alle vier Ende hochgeklappt. Es war wie gesagt sehr
warm und ich kam bereits ins Schwitzen. Die Schlafzimmertür wurde
geschlossen. Mücke schaute sich etwas beunruhigt um, fühlte sich aber
lediglich beobachtet, noch nicht bedroht. Ich ging also ein paar mal von
der einen Seite des Bettes zur anderen und versuchte, sie mit der Hand zu
packen. Es muß natürlich nicht weiter erwähnt werden, daß Mücke mit
nur wenigen Schritten jeweils auf die andere von mir abgewandte Seite
kroch. Ich hatte natürlich immer den längeren Weg. Es sah
wahrscheinlich aus, wie in einem schlechten Film und Mücke wirkte
eigentlich eher erstaunt als ernsthaft alarmiert. Inzwischen war mir
richtig warm. Dann kam mir eine letzte Idee (eigentlich hatte ich im
Kopf schon fast den Termin nun doch auf den nächsten Tag verschoben): Wir haben
unter dem Bett einen Behälter auf Rollen, in dem wir ein paar Sachen
verstaut haben. Mit dem Besen aus der Abstellkammer drängte ich Mücke
soweit auf die eine Seite, daß sie bis zum Rand des Bettes krabbelte, dann den Behälter
hinter sie geschoben, den Besen zwischen den Rosten so festgeklemmt,
daß sie in einer Sackgasse saß, schnell hingehockt und Mücke gepackt
und vorsichtig unter dem Bett herausgezogen. Sie tat mir wiedereinmal
unwahrscheinlich leid, als ich ihren Blick sah. Arme kleine Maus! Aber
es muß ja leider sein.
(Ich denke manchmal, wenn
sie WIRKLICH wollte, könnte sie doch IMMER vor mir Reißaus nehmen,
denn sie
ist doch wesentlich schneller und gewandter... )
Trotz dieser Aktion war sie
nicht aufgeregter als sonst. Ich schon. Dafür waren wir dann so spät in der
Tierarztpraxis, daß wir nicht warten mußten, weil wir die einzigen
Patienten waren.
Natürlich liegt mir jetzt unser nächster Tierarztbesuch wieder richtig
schwer auf der Seele.

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| Montag,
13.08.2001

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Ich war etwas
unentschlossen, ob ich nun heute schon mit Mücke zum Tierarzt sollte
oder erst morgen oder übermorgen. Heiß war es sowieso. Allerdings
sollte es noch heißer werden. Ich hatte diesmal nicht so
superpünktlich Feierabend gemacht und kam etwas später nach Hause.
Mücke ging auf vorsichtige Distanz, versteckte sich jedoch nicht gleich
unterm Bett. Na gut, dachte ich bei mir. Ich hatte eigentlich auch keine
Lust. Also wurde die Wintergartentür aufgemacht und beide Katzen
sprinteten hinaus in die Sonne.
Ich erledigte das Übliche, was man eben so macht, wenn man nach Hause
kommt und entschloß mich zu bügeln, da es ja - wie bereits erwähnt -
noch wärmer werden sollte. Große Freude bereitet mir diese Tätigkeit
eh nicht und es wird nicht besser, wenn man es vor sich her schiebt.
Nach den obligatorischen 20 Minuten kam Mücke bereits wieder ins
Wohnzimmer und erzählte mir, daß sie eigentlich gerne eine Kleinigkeit
essen würde und daß es recht warm draußen sei. Also gab es etwas zum
Knabbern, Nele hörte das draußen natürlich und kam auch sofort an.
Und weg waren die beiden wieder.
Nach 10 Minuten war Mücke wieder da und sagte, daß es doch eigentlich
toll sei, daß wir heute nicht zum Tierarzt müßten. "Tja"
antwortete ich, wenn du weiterhin hier drinnen bleibst, überlege ich
mir das vielleicht noch mal." "Miiiaauu - das machst du ja
doch nicht." Sie blieb und ich warnte noch mal. Als ich dann zu ihr
ging und sie streichelte, überlegte ich mir ganz "spontan",
doch heute den Tierarzt zu besuchen. Es ging ziemlich glatt. Ich vergaß
auch nicht, das Bügeleisen auszustellen. Und da es bereits wieder kurz
vor halb sieben war, mußten wir auch nicht lange warten und waren ganz
schnell wieder zurück. Diesmal ließ ich sie auch gleich wieder hinaus
in den Garten. Es war alles ganz so, als ob es immer so wäre. Das war
doch tausendmal besser, als die Aktion vom letzten Mal!
Ein wenig Befürchtungen hatte ich nur, als ich dann am nächsten Tag
nach Hause kam und die beiden Katzen hinausließ, ob sie sich jetzt
vielleicht nicht traute, so schnell wieder zurückzukommen. Aber am
Dienstag Abend verhielt sie sich ganz normal und kam ohne Vorsicht von
draußen wieder herein und ließ sich auch streicheln und anfassen.
Die Tierärztin hatte gesagt, das Serum reiche
noch für eine maximal zwei Spritzen. Also, meine kleine Mücke, bald
haben wir es geschafft!

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Mittwoch,
05.09.2001

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Wir haben es nun also
wirklich geschafft. Die Ampulle reichte nur noch für eine Spritze. Noch
beim Tierarzt erzählte ich das Mücke. "Juchuuh" sagten wir
beide gleichzeitig.
Und die Geschichte mit dem Einfangen ging ebenso mühelos über die
Bühne wie beim letzten Mal. Und auch diesmal ließ ich Mücke sofort
wieder hinaus.
Noch am selben Abend verstaute ich endlich den Transportkorb wieder in
den Tiefen der Kammer. Mücke kam herein und fragte" War es das
denn jetzt wirklich erst mal?" "Ja" antwortete ich,
"eingemottet bis zum Frühjahr" (= Impfzeit - das sagte ich
dann nicht mehr laut). "Und hoffentlich auch wirklich. Sieh zu,
daß du nicht wieder alles aufkratzt!"
Nach einem Jahr fehlte fast etwas an dem Platz, an dem der Korb immer
gestanden hatte. Kurzerhand wurde dort ein Korbstuhl hindrapiert. Fast
glaube ich, daß Mücke wirklich weiß, daß die Injektionsarie jetzt
erst einmal vorbei ist. Seit dem letzten Besuch - oder auch seit der
Transportkorb verschwand - gibt es keinerlei Vorsicht mehr von Mückes
Seite, wenn ich abends pünktlich zur Tierarzt-Besuchszeit nach Hause
komme. Ich kann sie anfassen und streicheln und sie benimmt sich völlig
gelöst und normal. Alles ist wie früher.
Drei Wochen nach dieser letzten Spritze habe ich Mücke ziemlich genau beobachtet. Aber es war nichts
Ungewöhnliches zu bemerken. Auch nicht nach vier Wochen. Und auch nicht
bis heute. Es hätte nämlich sein können, daß sich ihr Körper zwar
an die Spritzen gewöhnt hätte, aber die alten Beschwerden nach
Absetzen der Spritzen wieder aufgetaucht wären.
Und nun warten wir - sofern nichts anderes passiert - voller Spannung
auf das Frühjahr. Ich drück dir ganz doll den Daumen, mein kleiner
Schatz, daß du das alles jetzt überstanden hast. |
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